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GP Frankreich - Lorenzo eine Nummer zu groß

17.05.2009
Jorge Lorenzo (Yamaha) hat den Großen Preis von Frankreich gewonnen. Der Spanier setzte sich in einem spannenden MotoGP-Rennen auf der Strecke in Le Mans vor Marco Melandri (Kawasaki) und Dani Pedrosa (Honda) durch. Valentino Rossi (Yamaha) wurde nach einem Sturz und einer Durchfahrtsstrafe 16.
lorenzo
Nr. 1 in Le Mans: Jorge Lorenzo (ES) Yamaha

Es war das spannendste Rennen der Saison. Bedingt durch die Wetterverhältnisse in Le Mans wurde der Grand Prix der "Königsklasse" als "Flag-to-Flag-Race" gestartet. Das bedeutet, dass die Teams und Fahrer bei wechselnden Wetterverhältnissen das Motorrad wechseln dürfen.

 

Beim Start herrschten noch nasse Verhältnisse, die Pole-Sitter Pedrosa am besten auszunutzen vermochte und nach den ersten Kurven in Führung lag. An zweiter Stelle befand sich der Australier Casey Stoner (Ducati) vor Lorenzo. Der Spanier hatte einige Minuten zuvor noch für eine kleine Startverzögerung gesorgt. Nach der Aufwärmrunde reihte sich der zweifache Saison-Sieger auf der falschen weißen Markierung ein.

 

Das sollte aber der einzige Irrtum des 22-Jährigen bleiben. Schon nach wenigen Runden setzte sich der mit Regenreifen ins Rennen gestartete Yamaha-Pilot an die Spitze und spulte auf der abtrocknenden Strecke eine schnelle Runde nach der anderen ab.

 

Honda-Piloten im internen Kampf

Zur Hälfte des Rennens wurden dann die Motorräder gewechselt. Lorenzo blieb dabei am längsten draußen und war auch danach nicht mehr von der Führungsposition zu verdrängen. "Es ist wie ein Traum. Ich habe den Sieg nicht erwartet. Es war einfach ein perfektes Wochenende", strahlte Lorenzo, der auch schon das Rennen in Motgei für sich entschied. In dem "Chaos" war plötzlich Marco Melandri (Kawasaki) auf den zweiten Platz gerast und ließ sein Team nach dem Schwenken der schwarz-weiß-karierten Zielflagge über 20 Punkte strahlen.

 

Als dessen erster Verfolger entpuppte sich sein italienischer Landsmann und Honda-Pilot Andrea Dovizioso. Der 23-Jährige wechselte auf die weichen Reifen und hielt seinen Teamkollegen Pedrosa damit vorerst in Schach. "Ich habe zu früh gewechselt. Mit den Trocken-Reifen war ich in den ersten Runden zu langsam", sagte Pedrosa.

 

Der ebenfalls 23-jährige Spanier entschied sich für einen harten Vorder- und weichen Hinterreifen, was letztendlich auch die Entscheidung zu seinen Gunsten brachte. In den letzten Runden unterbot Pedrosa die Rundenzeit immer wieder und verkürzte seinen Rückstand von etwa 5,9 auf 0,8 Sekunden in der letzten Runde. Dovizioso wehrte sich bis zuletzt gegen ein Überholmanöver, musste den Spanier in der drittletzten Kurve aber doch vorbeilassen.

 

Die Entscheidung um den Tagessieg war zu dem Zeitpunkt schon lange gefallen. Lorenzo kam bei seinem dritten MotoGP-Erfolg mit einem Vorsprung von 17,710 Sekunden vor Melandri und 19,893 Sekunden vor Pedrosa ins Ziel.

 

Bittere Pille für den "Doktor"

Neben dem Siegjubel in der Yamaha-Box gab es auch bittere Enttäuschung. Nach wenigen Kurven setzte sich Valentino Rossi noch an die zweite Stelle. Aber dass ein achtfacher Weltmeister nicht vor Fehlern gefeit, sah man heute am unglücklichen "Dottore". Der 30-jährige Italiener ging das meiste Risiko und kam als Erster in die Box, um auf ein Bike mit Slicks zu wechseln. Eine fatale Fehlentscheidung. Wenige Kurven später wurde Rossi auf einer nassen Stelle von seiner Maschine abgeworfen.

 

Er schaffte es noch an die Box, um erneut das Bike zu tauschen, war aber zu diesem Zeitpunkt schon auf den letzten Platz zurückgefallen. Erneut zeigte die größte Legende im Motorradsport einige Augenblicke später Nerven und überschritt das Speed-Limit (60 km/h) in der Boxengasse. Eine Durchfahrtsstrafe war die Folge, das Rennen für Rossi quasi gelaufen. Als 16. und Letzter überquerte Valentino die Ziellinie und musste dadurch auch seine Führung in der WM abgeben.

 

Lorenzo holte sich mit seinem zweiten Saison-Sieg die Spitzenposition (66 Punkte) einen Zähler vor Valentino.

 

Ebenfalls 65 Punkte am Konto hat der Drittplatzierte Casey Stoner (65), der in Le Mans auf Rang fünf fuhr.


Nicole Herbst / Eurosport

MR/LF


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